»Man kann nicht kämpfen, wenn die Hose voller ist als das Herz.«

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Kunst

Allgemeine Information zum Fach


Das Fach Kunst ist seit Bestehen der Carl-von-Ossietzky-Schule mit seinen dreistündigen Grundkursen und fünfstündigen Leistungskursen sowie der Abiturprüfung den anderen Fächern gleichgestellt. Mit der Anerkennung des Faches als wichtigem Bestandteil gymnasialer Oberstufenbildung hat dieser Fachbereich ein anspruchsvolles Profil erarbeitet, das eine vielfältige Palette an unterrichtlichen Themen, Arbeitsgemeinschaften, interdisziplinären Projekten, praktischen Arbeiten in Fachräumen aufweist. Hierbei werden sowohl traditionelle künstlerische Verfahren, zum Beispiel in den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik, als auch die gestalterische Auseinandersetzung mit den Themengebieten Medien, Fotografie, Architektur, Design, zeitgenössischer Kunstströmungen einer
stärkeren Lebensweltorientierung vermittelt. Der Kunstunterricht hat einen Schwerpunkt in der Rezeption, Analyse, Interpretation und Bewertung ästhetischer Objekte sowie Prozesse und in der Übertragung gestalterischer Fertigkeiten in die eigene kreative Arbeit (z.B. Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Grafikdesign, Architektur, Produktdesign) und leistet damit auch einen wesentlichen Beitrag zur Medienbildung. Die Wahrnehmungs- und Kritikfähigkeit soll durch theoretische Auseinandersetzung und durch künstlerisch-praktisches Arbeiten entwickelt werden. Darüber hinaus soll die Befähigung erarbeitet werden, angemessene ästhetische Gestaltungsmittel einzusetzen. Analyse und Interpretation von Werken, im Sinne der Bilderschließung, sowie die eigene gestalterische Praxis, im Sinne der Bildgestaltung, stellen gleichwertige Kompetenzbereiche im Kunstunterricht der Oberstufe dar.

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Regelmäßige Ausstellungen, beispielsweise im Schulgebäude, Museumsbesuche, kunstgeschichtliche Tagesexkursionen, Auslandsfahrten und interdisziplinäre Projekte erweitern und ergänzen den unterrichtlichen Rahmen. Die folgende Text-BildDokumentation soll facettenreich einen Einblick in die Arbeits- und Inhaltsbereiche des Faches geben.

Kollegium

Zum Kollegium

 

E1/2 Sprache der Künste

E1/2.1 Formen der Werkanalyse

E1/2.2 Nutzung von Ausdrucksmitteln der Malerei und Grafik/plastischer Gestaltung für die eigene gestalterische Darstellung

E1/2.3 Wandel der Darstellung eines Bildthemas im Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit/im Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert ...

„Kunst in und um Europa – Kunstgeschichte“/
„Geschichten der Kunst – Bilder von Menschen“
Durch die Auseinandersetzung im Bereich der bilderschließenden Kompetenzen mit grundlegenden Verfahren der Werkanalyse am Beispiel von Malerei, Grafik und raumplastischer Gestaltung, wird systematisch in die Welt der Bildrezeption sowie raumplastischer Bilder vorgedrungen und sich mit verschiedenen Lesarten von Bildern und Verfahren ihrer Erschließung vertraut gemacht. Im Zuge dessen werden modellartig Prinzipien der ästhetischen Kommunikation erschlossen, die im Verlauf des Oberstufenunterrichts anhand weiterer Bildsprachen wieder aufgegriffen werden. Damit wird das Verständnis für deren Wirksamkeit vertieft und differenziert. Im Bereich der bildgestalterischen Kompetenzen entwickelt sich am Beispiel von Malerei, Grafik und raumplastischer Gestaltung die Fähigkeit zur Gestaltung eigener Werke so weit, dass sie in Grundzügen einen eigenen Ausdruck entfalten können.

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Durch die Verknüpfung von Erkenntnissen aus der Erschließung und der Gestaltung von Bildern wird die grundlegende Fähigkeit erworben, eigene und fremde Bilder am Beispiel von Malerei, Grafik und raumplastischer Bilder hinsichtlich ihrer Eigenart und ihrer individuellen Qualitäten kritisch und sachkundig zu würdigen und zu beurteilen. Die Auseinandersetzung und Erschließung von epochentypischen Merkmalen folgt mit der Bedeutung exemplarischer Bilder aus Mittelalter, Neuzeit und dem 18. und 19. Jahrhundert ..., die nachhaltig die Kunst- und Kulturgeschichte bis zur Gegenwart prägen. Im weiteren Verlauf des Oberstufenunterrichts wird die kunsthistorische Chronologie in einzelnen Themenfeldern immer wieder aufgegriffen und bis in die Gegenwart hinein fortgesetzt.

 

Q1 Klassische Bildkünste (Malerei, Grafik und Plastik)

Q1.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Malerei und Zeichnung am Beispiel des Wandels von der gegenständlichen zur ungegenständlichen Kunst

Q1.2 Nutzung malerischer, grafischer und plastischer Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung

Q1.3 Plastik im Vergleich mit einer anderen Bildgattung – epochentypische Merkmale von Menschendarstellungen
oder
Q1.4 Brechung von Konventionen
oder
Q1.5 Zitat als künstlerische Strategie

„Bilder von Menschen – Gesichter sprechen“

Die Auseinandersetzung mit einer bedeutenden Umbruch- und Entwicklungssituation in der bildenden Kunst ist für das grundlegende Verständnis von Kunstrezeption und -produktion relevant. Dieses bildet die Voraussetzung für die Interpretation vorangegangener wie auch zukünftiger Kunstströmungen und Epochen, ermöglicht die thematische Schlüsselfunktion insbesondere einen Zugang zu moderner und zeitgenössischer Kunst und kann Anregung für die eigene bildnerische Praxis bieten. Konkrete inhaltliche und formale Merkmale dieser Umbruch- und Entwicklungssituation, die die Kunst- und Kulturgeschichte bis zur Gegenwart nachhaltig prägt erschließen sich vor dem Hintergrund des kunstgeschichtlichen Kontexts.

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Im Rahmen eigener Gestaltungen wird die Fähigkeit, unter verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der klassischen Bildkünste zu wählen erworben und diese gezielt für den eigenen Ausdruck verwendet. Im Bereich der bildgestalterischen Kompetenzen werden am Beispiel eines ausgewählten Genres wie hier dem Porträt/Selbstporträt eigene gestalterische Lösungen zu einem konkreten gestalterischen Problem entwickelt – auch unter Bezug auf künstlerische Beispiele. Dabei wird das Repertoire an Ausdrucksmitteln und Strategien bestimmter klassischer Bildkünste so weit genutzt und erweitert, dass ein eigener differenzierter Ausdruck entfaltet werden kann.

 

Q2 Medien (Fotografie, Grafikdesign)

Q2.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Fotografie – Hinterfragung der Wirklichkeit

Q2.2 Nutzung fotografischer und gebrauchsgrafischer Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung

Q2.3 Manipulation in Bildmedien am Beispiel von Werbung
oder
Q2.4 Bildsprache und Typografie
oder
Q2.5 Montage und Collage als künstlerische Strategie

CvO erfolgreich beteiligt beim Fotowettbewerb der Opelvillen Rüsselsheim

Mehrere Q2-Kunstkurse der Carl-von-Ossietzky-Schule nahmen an einem Fotowettbewerb der Opelvillen Rüsselsheim teil. Die Opelvillen würdigten den in Litauen meistprämierten Fotografen Antanas Sutkus, dessen Ausstellung die Kunstkurse besuchten. Der 1939 bei Kaunas geborene Sutkus begann in den 1950er-Jahren, die Menschen seines Heimatlandes Litauen zu fotografieren, und zählt zu den großen humanistischen Fotografen Europas. Angeregt von der Ausstellung sollten die Schülerinnen und Schüler zum Thema „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: deine Stimmung, deine Landschaften, deine Geschichte.“ eigene Fotografien entwickeln.

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Am Sonntag, den 28.04.2019, fand in den Opelvillen die Preisverleihung statt. Ein Schüler aus einem Grundkurs Kunst von Frau Dryczynski sowie eine Schülerin aus dem Leistungskurs Kunst von Frau Ochoa Drescher gehören zu den Siegern. Die Gewinnerin aus dem Leistungskurs Kunst ist Mariam Ranjbar und der Schüler aus dem Grundkurs Kunst ist Berkay Altinsoy.


Q2 Medien (Fotografie, Grafikdesign)

Q2.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Fotografie – Hinterfragung der Wirklichkeit

Q2.2 Nutzung fotografischer und gebrauchsgrafischer Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung

Q2.3 Manipulation in Bildmedien am Beispiel von Werbung oder Q2.4 Bildsprache
und Typografie oder Q2.5 Montage und Collage als künstlerische Strategie


„Kunstzitate in der Werbung“

Allgegenwärtig sind wir von dokumentarischer wie auch inszenierter Fotografie umgeben, sei es durch Bildquellen bei der Berichterstattung oder Werbung in Printmedien. Die dahinter verborgenen gestalterischen, ästhetischen und manipulativen Strategien der Fotografie und des Grafikdesign gilt es zu erkunden, damit man in die Lage versetzt wird, derartige Strategien zu entschlüsseln und einen kritischen Standpunkt gegenüber Bildmedien zu entwickeln. Durch die Verknüpfung von Erkenntnissen aus der Erschließung und der Gestaltung von Fotografien wird die Kompetenz erworben, eigene und fremde Fotografien hinsichtlich ihrer Eigenart und ihrer individuellen Qualitäten kritisch und sachkundig zu würdigen und zu beurteilen. 

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Darüber hinaus werden weitere inhaltliche wie auch formale Dimensionen von Bildmedien bzw. Wechselbeziehungen zu anderen Bildgattungen fokussiert. Daraus ergeben sich Chancen, vertiefende Einsichten in inhaltliche und gestalterische Aspekte des Kommunikationsdesigns am Beispiel des Grafikdesigns im Spannungsfeld zwischen den manipulativen Funktionen von Werbeanzeigen, der erzählenden Funktion von Typografie sowie der künstlerischen Funktion des Prinzips von Montage und Collage zu erlangen. Dadurch eröffnet sich die Gelegenheit, diese im Rahmen eigener gestalterischer Vorhaben zu erproben.
 

 

Q3 Gestaltete Umwelt (Architektur, Produktdesign)

Q3.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Architektur im Spannungsfeld von Weltverständnis und künstlerischem Anspruch

Q3.2 Nutzung von architektonischen Ausdrucksmitteln für die eigene gestalterische Darstellung

Q3.3 Zwischen Utopie und Wirklichkeit
oder
Q3.4 Produktdesign am Beispiel von Gebrauchsobjekten
oder
Q3.5 Architektur und Raumgestaltung im Spannungsfeld von Kunst und Alltag

Architektur-Raumgestaltung im Spannungsfeld von Kunst und Alltag. Entwurf eines „Wiesbadener Ausstellungspavillons für CvO-Medienkunst“ in der Wilhelmstraße 1.

Begonnen hat diese Entwicklung mit den Pavillons der Weltausstellungen, zuerst als Darstellung nationaler Identität, ab 1900 zunehmend auch als Ausweis von Modernität. Ob avancierte Technologie oder herausragende Formgebung - stets wurden die besten Architekten herangezogen. Da ist etwa Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon von 1929. Mit Glas, Stahl und Chrom schuf der Bauhaus-Meister völlig neue Raumerfahrungen, Eindrücke, die legendär gewesen sein müssen. Erst nachdem der temporäre Flachbau abgebaut war, wuchs sein Mythos. Oder Le Corbusiers "Pavillon de l'esprit nouveau", der 1925 neben dem zweistöckigen Kiosk des sowjetischen Visionärs Konstantin Melnikov in Paris eine Ahnung vom Bauen in der Zukunft vermitteln sollte. Mit einer Installation aus Filmund Diaprojektionen sowie dem "poème electronique", einer Tonbandkomposition von Edgar Varèse, nahm Le Corbusier 1958 im Philips-Pavillon in Brüssel das Multimedia-Prinzip vorweg, verschmolz für einige Wochen Architektur mit Licht und Musik zu einem bleibenden Raumeindruck.

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Da zeigt sich das "Prinzip Pavillon" in Perfektion: Gerade in den Andeutungen extremer Neuerungen, durch das zeitlich begrenzte Erlebnis befeuern die temporären Bauten die Imagination. Bewegung in der Architektur der 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, die die Aufhebung der euklidischen Geometrie zum formalen Leitbild erhebt, entspricht dem Dekonstruktivismus von z.B. Zaha Hadid, Frank o. Gehry, … 

 

Q4 Prozess und Innovation

Q4.1 Gegenüberstellung von künstlerischen Positionen – zweimal deutsche Kunst nach 1945
und/oder

Q4.2 Nutzung gattungsübergreifender Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung
und/oder

Q4.3 Kunst und Leben
und/oder
Q4.4 Konzeptionelle Kunst
und/oder
Q4.5 Grenzüberschreitungen in der Gegenwartskunst


„Von der Aktionskunst zur Videokunst. Die Ausweitung des Werkbegriffs.“

Die Auseinandersetzung mit der Bildsprache moderner und zeitgenössischer Kunstströmungen steht im Zentrum des Kurshalbjahres. Die inhaltliche Ausgestaltung kann als Erweiterung der kunstgeschichtlichen Themen und Motive der vorangegangenen Kurshalbjahre verstanden werden. Insbesondere die Kenntnisse und Kompetenzen, Kunst als Weltdeutung zu begreifen, stehen im Fokus. Erworbenes Kunstverständnis kann überprüft werden, erweitert und eine neugierig kritische Haltung gegenüber Erscheinungen der neueren Kunstszene entwickeln. Die Themen eröffnen darüber hinaus die Perspektive, Verständnis und Beurteilungskriterien von Originalität, Erfindungsgabe und von spektakulären, innovativen oder individuellen Bildlösungen auf dem Hintergrund bereits erworbener Kenntnisse neu zu diskutieren. Damit einhergehend besteht die Chance, am Ende der Qualifikationsphase grundlegend den tiefgreifenden Wandlungsprozess von Kunst zu erfassen.


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Im Bereich der bildgestalterischen Kompetenzen werden eigene gestalterische Problemstellungen zur Gestaltung gattungsübergreifender Bilder entwickelt, wie sie typisch sind für die zeitgenössische Kunst. Dabei wird an das im Laufe des Oberstufenunterrichts erworbene Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten unterschiedlicher Bildsprachen angeknüpft, diese über die bekannten bildsprachlichen Mittel hinaus weiterentwickelt und nach Maßgabe mit eigenen Vorstellungen verbunden. Die Auseinandersetzung mit den wechselnden Problemfeldern der zeitgenössischen Kunst stärkt zudem in der eigenen Kritikfähigkeit und Möglichkeit, am kulturellen Leben der Gegenwart teilzunehmen.

 

E1, E2, Q1, Q2, Q3 und Q4

Museumsbesuche, kunstgeschichtliche Tagesexkursionen, Auslandsfahrten und interdisziplinäre Projekte erweitern und ergänzen den unterrichtlichen Rahmen


„… weitere motivierende Lernumgebungen ...“

Um sich komplexeren Fragestellungen aus unterschiedlichen Fachperspektiven zu nähern ist die Notwendigkeit und Wirksamkeit interdisziplinärer Kooperation und gleichzeitig Gelegenheit, fachspezifische Kenntnisse in anderen Kontexten zu erproben und zu nutzen. Dabei wird neues Wissen erworben, welches die Fachdisziplinen verbindet. Dies bereitet auf den Umgang mit vielschichtigen und vielgestaltigen Problemlagen vor und fördert eine systemische Sichtweise. Durch fachübergreifende und fächerverbindende Themenstellungen können mit dem Anspruch einer stärkeren Lebensweltorientierung auch die bewegenden Interessen und Fragestellungen Berücksichtigung finden.

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Das Fach Kunst möchte die Wahrnehmung von Bildern schärfen, ihre Funktion kritisch beleuchten und ihre Wirkungszusammenhänge durchschaubar machen. Es möchte zu ihrem aktiven, kompetenten Gebrauch anregen und dabei auch Freude und Genussfähigkeit wecken. Im Zentrum des Unterrichts im Fach steht die Förderung hin zu kulturell kompetenten Menschen, denen es ein Anliegen ist, ästhetische und kulturelle Bildung in ihr Wertesystem zu integrieren. Insbesondere für die ästhetisch-expressive Begegnung und Gestaltung als eines Modus der Weltbegegnung und des Weltverständnisses leistet das Fach Kunst somit einen ganz eigenen und maßgeblichen Beitrag zur Bildung.

Beate Dryczynski,

Christiane Lampe,

Eva Ochoa Drescher (Fachsprecherin)