»Man kann nicht kämpfen, wenn die Hose voller ist als das Herz.«
Schulleiter Niko Lamprecht freute sich im Namen der Schulgemeinschaft sehr, als am 11. März nach einigen Vorbereitungen eine besondere Übergabe erfolgte. Die in Klarenthal wohnende Mäzenatin Heidrun Feine hatte die Schule angesprochen bezüglich eines Gemäldes von Julia Belot, welches einen geeigneten Ort suche. Schnell war man sich einig, dass die Carl-von-Ossietzky-Schule mit ihrem vom NS-Regime verfolgten Namensgeber geeignet wäre – denn wie der aus politischen Gründen verfolgte Ossietzky geriet die auf dem Bild portraitierte und 1889 in Kiel geborene Käte Frankenthal ab 1933 unter starken Druck, da sie Jüdin war. Es half hier wenig, dass sie 1923 offiziell die jüdische Gemeinde verlassen hatte! Als gebildete und selbstbewußte Frau und Ärztin war sie dem neuen Regime zusätzlich ein Dorn im Auge, schon früh hatte sie sich für Frauenrechte und auch Eheberatungsstellen eingesetzt. 1936 emigrierte sie in die USA und hatte dort die üblichen Anpassungsprobleme, da sie keine Anerkennung bzw. Zulassung als Ärztin erhielt. Nach einigen Gelegenheitsjobs fand sie noch die Kraft, sich für Psychoanalyse ausbilden zu lassen und hierin tätig zu werden. 1976 starb diese markante Frau in New York. – Die Künstlerin Julia Belot hatte dieses Bild im Rahmen einer ganzen Bilderreihe mit anderen Persönlichkeiten, die unter nationalsozialistischen Druck gerieten, gemalt. Genau wie die Stifterin freute sich die Künstlerin bei der Übergabe über den neuen Ort. Niko Lamprecht: „Käte Frankenthal ist an der CvO mit unserer aktiven Erinnerungsarbeit und dem „Lernziel Engagement“ genau richtig! Das kraftvolle Gemälde von Julia Belot kann zum Nachdenken anregen, außerdem empfängt es nun wie ein Ausrufezeichen unsere Gäste und hospitierende Schülergruppen beim Sekretariatsflur.“
Ein besonderer Dank geht an den Förderkreis der CvO, der den formalen Schenkungsvorgang getragen hat.
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